Tierheilpraxis Bretschneider Königsbrunn
TCM Akupunktur Homöopathie Bachblüten Dorntherapie

Humoralverfahren

Unter Humoralverfahren versteht man Behandlungsmethoden, die Bezug zu den Körpersäften haben. Das Blut und die Körpersäfte zirkulieren im ganzen Organismus und kommunizieren miteinander. Eine schlechte Zusammensetzung der Säfte führt zu Krankheiten.

Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle sind Flüssigkeiten, die den Körper beherrschen und regulieren. Bei einer schlechten Zusammensetzung dieser Säfte (Dyskrasie genannt) entstehen Krankheiten wie Fieber, Entzündungen, Schmerzen, Gicht, Schwellungen etc.

Als Behandlungsmethoden für Dyskrasie hat man Verfahren entwickelt, die Blut und Säfte im Körper in Bewegung bringen und reinigen. In der damaligen Zeit wurden vor allem der Aderlass, das Purgieren (=Abführen), exanthematische Methoden (=mit Hautausschlag einhergehend), diaphoretische (=schweißtreibend) und emetische (=Erbrechen erzeugend) Verfahren, sowie die Blutegeltherapie und Diuretika (=harntreibende Mittel) verwendet. Das diese Methoden effektiv waren, bestätigen immer wieder die theoretischen Überlegungen der alten Ärzte. Auch in der Tiermedizin haben diese Methoden die Therapie bis zur Gründung der Zellularpathologie (Pathologie=Lehre der Krankheit) über mehrere Jahrhunderte hinweg beherrscht. In der heutigen Zeit wird die Art der Anwendung natürlich nicht mehr in dieser massiven Form betrieben!

Ab- und ausleitende Heilmethoden

Die oben beschriebenen, teilweise sehr alten Heilmethoden in der Humanmedizin wurden schon vor ca. 3000 Jahren angewendet. Ausgeübt wurden sie von Hippokrates, Paracelsus, Galen, Sydenham. Sie sind jedoch aufgrund ihres Missbrauchs und der Entwicklung der modernen Medizin in Vergessenheit geraten. Die Renaissance erlebten diese Methoden zu Bernhard Aschners Zeiten (1883-1960). Der vertiefte sich in die alte Medizin und wurde darauf aufmerksam, dass viele Methoden von großer therapeutischer Bedeutung sein könnten. Er wendete sie mit großem Erfolg an und kam zu dem Schluss, dass die damaligen, nur auf das erkrankte Organ gerichteten therapeutischen Maßnahmen nicht ausreichende Erfolge brachten. Da sich seine Methoden auf den Gesamtorganismus auswirkten und dennoch die lokalen Erkrankungen beeinflussten, nannte er sie Konstitutionstherapie. Diese bezieht sich überwiegend auf die Idee der Entgiftung des Körpers durch vermehrte Ausscheidung der Körpersäfte.

Wenn die Krankheit eine Giftabwehr ist, dann soll die Ausscheidung der Gifte wirksam unterstützt werden. Dies gelingt durch die 5 Grundsätze der Naturheilkunde:

  1. Die Selbstheilungskräfte und Regulationsmechanismen des Organismus sollen im Krankheitsfall in Gang gesetzt werden, soweit sie von sich aus nicht stark genug sind.
  2. Die Behandlung soll mit ungiftigen und Rückstandsfreien Mitteln und Methoden durchgeführt werden.
  3. Die gestörten Grundfunktionen des Organismus sollen wiederhergestellt werden.
  4. Die Heilvorgänge sollen mit möglichst schwachen und schwächsten Reizen mit biologischen Mitteln durchgeführt werden.
  5. Die Behandlung wird nach dem Motto „primum nil nocere“ (vor allem nicht schaden) durchgeführt. (An diesem Grundsatz werden alle Naturheilverfahren gemessen, und erst dann erfolgt die Einschätzung ihrer Nutzbarkeit.)

Nicht alle Verfahren sind zeitgemäß und vor allem für die Tierheilkunde geeignet. Z.B. ist das Brechverfahren aufgrund seiner drastischen Wirksamkeit nur sehr eingeschränkt anwendbar, und nur bei beispielsweise einem verschlucktem Fremdkörper.

Heute werden erfolgreich folgende Therapien angewand:

  • Blutegeltherapien vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (Arthritis, Arthrose, HD, Spondylose, Muskel- und Sehnenentzündung, Bandscheibenvorfall etc.)
  • Diuretka bei Harnwegs- und Nierenerkrankungen und zur Ausleitung von Giftstoffen und Medikamenten über den Harnapparat
  • Hautreizmittel vor allem bei chronischen Entzündungen im Bereich des Bewegungsapparates, wie Entzündungsprozesse in Sehnen, Sehnenscheiden, Bändern, Schleimbeuteln, Gelenken und Knochen
  • Wickel und Umschläge, Auflagen und Kompressen:
    kalte Wickel bei fieberhaften Erkrankungen, örtliche Entzündungsprozesse, Zellgewebs- und Lymphgefäßentzündungen, Gelenkergüsse, Gelenksentzündungen, Verstauchungen etc.
    heiße Wickel bei chronischer Arthritis, chronischer Sehnenentzündung, Gelenkversteifungen, Abszesse und Phlegmone, chronisch-rheumatische Muskelveränderungen, Koliken im Bereich des Darmes, des Leber- und Gallenblasensystems, der Niere und der Harnblase, Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Diese Verfahren werden angewandt im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie, gegebenenfalls in Verbindung mit Akupunktur, Homöopathie und / oder schulmedizinischer Behandlung.